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12. November 2018

Abrüsten statt Aufrüsten - das Gefechtsübungszentrum in der Colbitz-Letzlinger-Heide schließen

In Sachsen-Anhalt wurde eine hypermoderne Gefechtsübungsstadt aus dem Heidesand gestampft. Friedensbewegte engagieren sich seit vielen Jahren dagegen und wollen die Colbitz-Letzlinger Heide zu einem Lernort für Versöhnung machen. Am Dienstag den 13. November um 19 Uhr lädt der Friedenskreis Halle e.V. gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Offene Heide“ interessierte Menschen ein zum Vortrag und Diskussion über das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der Colbitz-Letzlinger-Heide. Die Veranstaltung wird im Saal der Marienbibliothek (An der Marienkirche 1, Halle) stattfinden.

Im Jahr 1993 beschloss der Bundestag den Aufbau des Gefechtsübungszentrums Altmark auf dem schon seit 1934 militärisch genutzten Areal. Seit dem werden dort jährlich bis zu 15.000 Soldatinnen und Soldaten für Krieg und Kampfeinsätze geschult. Als Bestandteil des GÜZ entstand der „Urbane Ballungsraum Schnöggersburg“. Hier wurden auf rund sechs Quadratkilometern abgelegenem Heideland etwa 520 Gebäude, eine Autobahn, ein Fluss, mehrere Brücken, ein Industriegebiet, Wohn- und Hochhäuser und die einzige U-Bahn in Sachsen Anhalt gebaut. Diese Anlage dient der Bundeswehr und alliierten NATO-Armeen zum Training von Kampfeinsätzen im „urbanen Gelände“. Europaweit ist dieses Gefechtsübungszentrum die modernste Anlage für Bodentruppen und spielt deshalb eine entscheidende Rolle bei der Umstrukturierung der Bundeswehr zu einer weltweit einsetzbaren Angriffsarmee.

Gegner kritisieren das Übungszentrum schon seit vielen Jahren. Die Bürgerinitiative "OFFENe HEIDe" moniert dabei nicht nur die hohen Kosten von 140 Millionen Euro. Sie befürchtet auch, dass die Bundeswehr hier für etwas übt, für das sie keinen Auftrag hat: den Einsatz innerhalb Deutschlands. "Wenn gesagt wird, Schnöggersburg könnte überall stehen, dann könnte es ja auch eine deutsche Stadt sein!“ sagt Bernd Luge von der Bürgerinitiative "Offene Heide". In seinem Vortrag wird er von diesem Engagement und von seinem Ziel, die Colbitz-Letzlinger Heide zu einem Lernort für Versöhnung zu machen berichten.

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