Tagung 2026 | 22. - 24. Juni 2026

Let’s talk Peace: Zivile Konfliktbearbeitung in Umbruchzeiten neu denken

Über Frieden zu sprechen, ist schwieriger geworden. Der Begriff ist politisch umkämpft, öffentliche Debatten sind polarisiert, und zivile Perspektiven dringen oft nur noch schwer durch. Während Gewaltkonflikte zunehmen, geopolitische Machtpolitik multilaterale Kooperation zurückdrängt und autoritäre Kräfte an Einfluss gewinnen, geraten Krisenprävention, Zivile Konfliktbearbeitung und Friedensförderung zunehmend in die Defensive. Politisch, finanziell und kommunikativ.

Auch in Deutschland haben sich die Rahmenbedingungen spürbar verschärft. Haushaltsmittel werden gekürzt, institutionelle Strukturen geschwächt, politische Zugänge enger. Zugleich wird der Friedensbegriff im öffentlichen und politischen Raum immer häufiger verkürzt, vereinnahmt oder als wenig realitätstauglich zurückgewiesen. Gerade darin liegt eine zentrale Herausforderung für unser Feld: Es reicht nicht, gute fachliche Konzepte zu haben. Es kommt auch darauf an, wie wir über Frieden und Friedensförderung sprechen, mit welchen Begriffen, Bildern und Narrativen wir arbeiten und wie wir mit unseren Perspektiven wieder stärker in politische, mediale und gesellschaftliche Debatten hineinwirken.

Let’s talk Peace setzt genau hier an. Die Tagung bringt Perspektiven aus Praxis, Politik, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft zusammen und verbindet die Auseinandersetzung mit dem Friedensbegriff und seiner politischen Anschlussfähigkeit mit strategischer Kommunikation.

Let’s talk Peace soll ein Raum sein, um an der Diskursfähigkeit des Feldes zu arbeiten: am Streit um Begriffe, an Narrativen mit Zugkraft, an öffentlicher Wirksamkeit und an gemeinsamer strategischer Verständigung. Denn wenn Zivile Konfliktbearbeitung unter den Bedingungen der Gegenwart bestehen und an Einfluss gewinnen soll, dann braucht sie nicht nur fachliche Substanz, sondern auch eine Kommunikation, die Resonanz erzeugt, politische Räume öffnet und neue Bündnisse ermöglicht.

Die Veranstaltung – eine Kooperation zwischen der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, der Ev. Akademie Loccum und der Ev. Akademie Villigst – kombiniert Austausch mit spannenden Gesprächspartner:innen, interaktive Workshopformate mit Nachdenklichkeitsrunden und bietet Raum für das Erlernen von neuen Skills und informellen Netzwerken. Und natürlich soll das Feiern nicht zu kurz kommen. Jetzt erst recht!

Programm Tagung

Montag, 22. Juni 2026
17.30 Uhr
Anreise /Shuttle Bus via Bf Wunstorf 
18:30 Uhr
Abendessen
19:30 Uhr

Begrüßung & Einleitung

Ginger Schmitz, Geschäftsführerin, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Berlin
Thomas Müller-Färber, Studienleiter, Ev. Akademie Loccum

19:45 Uhr

KICK-OFF DISKUSSION | Let’s Talk Peace: Frieden unter Druck – wie behauptet sich Zivile Konfliktbearbeitung im politischen und öffentlichen Gegenwind? 

Thania Paffenholz, Senior Fellow, Geneva Graduate Institute und Gründerin von „Inclusive Peace“, Genf
Anja Petz, Geschäftsführerin, KURVE Wustrow – Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion e.V., Wustrow
Sigrun Rottmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Journalistik, Technische Universität Dortmund
TBC, Leitung Referat „Frieden und Sicherheit, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Berlin


21:15 Uhr

Informeller Ausklang auf der Galerie

21:45 Uhr

Night Owl Vernissage - Digitale "Imaging Peace" Ausstellung
Dienstag, 23. Juni 2026
7:30 Uhr

Einladung zum Morning run (Treffpunkt Empfang)

8:15 Uhr
Einladung zur Morgenandacht

8:30 Uhr

Frühstück

9:30 Uhr

PANELDISKUSSION | Frieden: Über einen umkämpften Begriff und seine politische und kommunikative Zukunft 

Melanie Hussak, Professorin für Friedensforschung an der Evangelischen Hochschule Freiburg und Leiterin des Friedensinstituts Freiburg
Raife Janke, Landesdirektorin Irak, Pro Peace, Erbil/Köln
Ginger Schmitz, Geschäftsführerin, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Berlin

10:45 Uhr
Kaffee- und Teepause (Bistro)
11:00 Uhr

FISHBOWL | Perspektivwechsel: Wie wirken wir und warum dringen wir zu wenig durch? 

Amloud Alamir, Journalistin, Amal News, Berlin
Simon David Dreßler, Podcaster, TikToker, Influencer, Berlin
Philipp Rotmann, Director, Peace & Security, Global Public Policy Institute (GPPi), Berlin


12:30 Uhr

Mittagessen

14:00 Uhr


HANDS-ON SEMINARPHASE | Wie geht’s zurück in den Diskurs?

Gruppe 1: Imaging Peace. Exploring the vital but overlooked relationship between photography and peacebuilding (engl.)
Tiffany Fairey, CEO Imaging Peace & Senior Research Fellow in the Department of War Studies at King’s College London

Gruppe 2: Frieden strategisch kommunizieren. Narrative, Kampagnen und politische Wirkung
Max Beckmann, Freier Texter & Konzepter für kreative Kampagnen- und Markenkommunikation, Bremen

Gruppe 3: Social Media und Podcast Lab. Strategien, Inhalte, Moderation 
Stefan Heiß, EIRENE, Neuwied


15:30 Uhr


Kaffee & Kuchen (Speisesaal) 


16:00 Uhr


Seminarphase wird fortgesetzt


18:00 Uhr


FIRESIDE CHAT | Das Friedensgutachten 2026 

Gespräch mit:
Claudia Baumgart-Ochse, Senior Researcher und Redaktionsleiterin des Friedensgutachtens, PRIF, Frankfurt a. M.* 

--- gefolgt von Diskussion --- 


19:30 Uhr


Grillen & Party

 

Mittwoch, 24. Juni 2026
8:15 Uhr
Einladung zur Morgenandacht
8:30 Uhr
Frühstück
9:30 Uhr

BEOBACHTUNGEN | Takeaways zu Diskurs, Sprache und Strategie

Impulse in Form von 2 Tagungsbeobachtungen: 
Makda Isak, Referentin "Friedensarbeit verändern", Plattform ZKB, Berlin
Juliana Niemitz, Junge Plattform ZKB, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Bonn / Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder

10:45 Uhr

Kaffee- und Teepause (Bistro)


11:00 Uhr


CALL FOR ACTION | Jetzt erst recht - Von der Debatte in die Wirkung (World Café) 

  • Was nehmen wir für den künftigen Diskurs mit?
  • Welche offenen Fragestellungen haben wir für die Weiterarbeit?
  • Welche nächsten Schritte und konkrete Aktivitäten wollen wir im Feld anstoßen?
  • Wo braucht es neue Formate, Narrative und Bündnisse?
  • Wie wollen wir gemeinsam "dranbleiben"?
  • Transfer – Wissenschaft und Praxis

12:15 Uhr


Verabschiedung

Ginger Schmitz, Geschäftsführerin, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, Berlin 


12:30 Uhr


Mittagessen


13:15 Uhr


Busshuttle Bf. Wunstorf

Zur Anmeldung

Organisatorisches

Die Tagung findet in Kooperation zwischen der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, der Ev. Akademie Loccum und der Ev. Akademie Villigst statt.

Tagungsort:
Evangelische Akademie Loccum
Münchehäger Str. 6
31547 Rehburg-Loccum

Tagungsgebühren
Regulär
260€
Ermäßigt
160€

Die Tagungsgebühr beinhaltet Übernachtung, Verpflegung und Kostenbeitrag.
Für Auszubildende, Studierende, Freiwilligendienstleistende sowie Arbeitslose gilt die ermäßigte Gebühr nur bei Vorlage einer gültigen Bescheinigung VOR der Tagung.
Eine Reduzierung der Tagungsgebühr für eine zeitweise Teilnahme ist nicht möglich.

Anmeldung
Die Anmeldung ist auf der Webseite der Evangelischen Akademie Loccum möglich.
 
Verhaltenskodex / Code of Conduct
Damit sich bei unserer Veranstaltung alle sicher, wohl und willkommen fühlen, gilt dieser Verhaltenskodex / Code of Conduct. Er richtet sich an alle Teilnehmenden, Referent:innen, Moderator:innen, Partner:innen und Mitarbeitende. 
 
Tagungsleitung
Dr. Thomas Müller-Färber, Studienleiter, Evangelische Akademie Loccum
 
Uwe Trittmann, Studienleiter, Evangelische Akademie Villigst
E-Mail: uwe.trittmann@kircheundgesellschaft.de

Jennifer Menninger, Referentin, Plattform Zivile Konfliktbearbeitung

Veranstaltet von:

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