29. April 2021
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Impfstoffgerechtigkeit als Herausforderung für die internationale Gemeinschaft

Bild: UNICEF / Flickr

Vor welchen Herausforderungen steht die internationale Gemeinschaft aktuell bei der Pandemiebekämpfung? Welche Schritte sind notwendig, um globale Impfstoffgerechtigkeit zu erreichen? Darüber möchte die DGVN mit ausgewiesen Expertinnen und Experten in dem Web-Talk debattieren.

UN-Generalsekretär António Guterres sowie Vertreterinnen und Vertreter anderer internationaler Organisationen und der Zivilgesellschaft prangern das Aufkaufen großer Mengen von Impfstoffen durch reiche Länder an. Der Impfstoffmarkt ist leergekauft. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO)  hat inzwischen einer von vier Menschen in reichen Ländern eine Impfung erhalten, in armen Ländern hingegen erst ein Bewohner von mehr als 500. Dabei ist offensichtlich, dass nur eine globale Herdenimmunität uns alle vor dem Virus und weiteren Mutationen schützen wird.

Doch wie kann eine solche globale Bereitstellung von Impfstoffen gelingen? Die Finanzierung der COVAX-Initiative zur globalen Impfstoffbeschaffung war dafür eine erste wichtige Initiative. Zahlreiche Länder fordern nun allerdings weitergehende Schritte, wie beispielsweise eine kostenlose Freigabe von Patenten für Impfstoffe und auch andere Medizinprodukte. Denn gerade so lange es keinen ausreichenden Zugang zu Impfstoffen gibt, ist es umso wichtiger, Beatmungsgeräte, Schutzmaterialien und Diagnostika etc. in größerer Menge verfügbar zu haben als bisher.  Über hundert Staaten unterstützen beispielsweise die Initiative Südafrikas und Indiens für sogenannte TRIPS Waiver, eine zweitweilige Aufhebung des Patentschutzes. Sie sollen Herstellern in Entwicklungsländern ermöglichen, Impfstoffe und weitere Medizinprodukte herzustellen, ohne Strafen zu erhalten. Kritiker bemängeln dies hingegen und fordern den Schutz von Innovation. Eine rasche Einigung bei der Welthandelsorganisation (WTO) scheint nicht in Sicht. Dies bremst den globalen Kampf gegen die Pandemie enorm.

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