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14. April 2014

Versöhnung und Wahrheit

pax christi Pressemitteilung vom 4. April 2014: Vor 20 Jahren wurden in Ruanda innerhalb von 100 Tagen mindestens 800.000 Menschen bestialisch ermordet. Angesichts des Jahrestages des Beginns des Völkermords an den Tutsi am 6./7. April veröffentlicht die Kommission “Solidarität mit Zentralafrika” in Zusammenarbeit mit der 1994 als Versöhnungsinitiative in Mönchengladbach und in Belgien entstandenen pax-christi-Gruppe “Twese Hamwe”, eine Erklärung unter dem Titel “Versöhnung und Wahrheit”.

 

„Was sind 20 Jahre nach solch einem Schrecken?“ fragt Heinz Rothenpieler, Sprecher der pax christi-Kommission. „Im Nachkriegsdeutschland begann die eigentlich schmerzhafte Phase der Aufarbeitung der Nazi-Diktatur erst Mitte der 1960er Jahre.“

 

In der Erklärung heißt es unter anderem: „Der Versuch eines Neuanfangs in einer tief traumatisierten Gesellschaft ist in Ruanda in besonderer Weise dadurch gekennzeichnet, dass Täter und Opfer oft in den gleichen Dörfern und Stadtvierteln zusammen leben müssen. Versöhnung ist aus der Sicht von pax christi ohne Wahrheitssuche nicht möglich, und zwar in alle Richtungen. Für die Friedensarbeit in Ruanda sieht die pax christi-Kommission „Solidarität mit Zentralafrika im „Detmolder Bekenntnis“ von 1996 nach wie vor hohe Aktualität. Das Hören auf das Leiden der Anderen wird in diesem Dokument als zentrales Element auf dem Weg zur Versöhnung benannt.

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