
Für 24 Stunden sollen die Waffen bedingungslos ruhen!
Das ist die Forderung des von der UN ausgerufenen Internationalen Friedenstags am 21. September. Die Forderung bleibt dringlicher denn je. Die globale sicherheitspolitische Wende geht mit der massiven Erhöhung der Verteidigungsausgaben, Kürzungen in sozialen Sektoren und einer zunehmend militarisierten Sprache einher.
In vielen Teilen der Erde haben Kriege, gewaltvolle regionale Konflikte drastisch zugenommen. Der Ausstieg aus internationalen Abkommen, die Missachtung des internationalen Völkerrechts und der territorialen Souveränität führen zu einer bedrohlichen Beschleunigung der multiplen Krisen und der Gefährdung der internationalen Friedensordnung. Zudem verschärfen die militärischen Auseinandersetzungen die Klima- und Energiekrise und stellen die Erreichung der Klima- und SDG- Ziele bis 2030 in Frage.
Die Bonner Friedenstage 2026 greifen einige dieser Themen auf und diskutieren z.B. über die Einführung des Wehrdienstes, den Einsatz der KI im militärischen Kontext und kognitive Kriegsführung sowie mögliche Alternativen zur Militarisierung. Fragen nach der Bedeutung des Friedensnobelpreises in einer veränderten internationalen Ordnung werden ebenso erörtert.
Darüber hinaus blicken wir jenseits der Kriegslogik auf mögliche Wege zur Stärkung der Friedensfähigkeit und was wir dazu beitragen können, besonders auch in Hinblick auf die Perspektiven der nächsten Generationen. Am Beispiel Kolumbiens diskutieren wir die Erfahrungen von 10 Jahren Friedensabkommen und beleuchten Erfolge, Rückschläge und Zukunftsperspektiven angesichts des Regierungswechsels.
Ein zentrales Thema ist weiterhin die Auseinandersetzung mit der deutschen Staatsraison angesichts des Kriegs im Gazastreifen und den dramatischen Auswirkungen der israelischen Besatzung im Westjordanland auf die Zivilbevölkerung. Gibt es Perspektiven für ein Ende der Gewalt und was sollte die deutsche Politik tun?
Auch in diesem Jahr gibt es vielfältige kreative Events: Musik, Lesungen, Ausstellungen, eine Filmvorstellung zum „Bonner Friedensweg“, und - im Rahmen der Bonner SDG-Tage – am Weltkindertag eine Mitmachaktion für Kinder, der alljährliche Friedenslauf und Vieles mehr.
Koordinationskreis der Bonner Friedenstage
Liebe Bonnerinnen und Bonner,
sehr geehrte Gäste,
die Nachrichten zeigen uns jeden Tag: wir leben in krisenhaften Zeiten. Die Zahl der Kriege und bewaffneten Konflikte ist auf einem traurigen Höchststand. Was könnte dringlicher sein, als die Fragen, wie Frieden herbeigeführt und gesichert werden könnte? Darum geht es bei den Bonner Friedenstagen, die seit vielen Jahren von einem breiten Bündnis aus engagierten Institutionen, Vereinen, Initiativen und den Kirchen organisiert werden.
Vom 31. August bis 9. Oktober laden sie unter dem Motto "Frieden fördern und Friedensfähigkeit stärken - vor Ort und weltweit" mit einem breiten Angebot ein zu Begegnung und Dialog, zu kontroverser Diskussion und zur Suche nach Wegen zum Frieden, auch jenseits militärischer Logik. Im Programm sind unter anderem Friedensgottesdienste, der inzwischen neunzehnte Bonner Friedenslauf, eine Bastelaktion für eine atomwaffenfreie Welt für Kinder, ein Panel zur Bedeutung von Friedensdiensten und freiwilligem Engagement im Alten Rathaus sowie Diskussionen zur Situation in Nahost und zum neuen Wehrdienst oder zu sozialer Verteidigung.
Frieden war und ist das Ziel, für das die Vereinten Nationen seit 1945 stehen und eines ihrer 17 Ziele für eine global nachhaltige Entwicklung, zu der sich die Stadt Bonn bekennt. Wir feiern dieses Jahr „30 Jahre UN-Stadt Bonn“ und ich freue mich, dass in guter Tradition Bonner UN-Organisationen in Veranstaltungen eingebunden sind. Mein herzlicher Dank gilt allen Aktiven, die das breite Angebot mit viel ehrenamtlichem Einsatz möglich machen und nicht nachlassen im Bemühen, den Diskurs über Strategien für eine friedlichere Welt aufrecht zu erhalten.
Ich lade Sie herzlich ein: nutzen Sie die Angebote. Frieden gelingt nicht ohne Kontroverse. Im Ringen um Lösungen gibt es unterschiedlichste, oft unvereinbare Positionen. Die Kunst besteht darin, zuzuhören, sich mit Respekt zu begegnen, im Dialog zu bleiben und gut miteinander zu streiten - mit Worten statt mit Waffen.
In diesem Sinne wünsche ich, dass die Bonner Friedenstage eine gute Resonanz finden, und die Zuversicht sowie das Engagement für eine friedlichere Welt stärken.
Guido Déus
August 2026
September 2026
Oktober 2026
Bei Anfragen zu den Bonner Friedenstagen wenden Sie sich an:
Plattform Zivile Konfliktbearbeitung / pzkb.de
Kontakt: Gaby Weber
Tel.: +49 176 34255773 // E-Mail: gaweber@posteo.de
Koordinationskreis der Bonner Friedenstage:
Kooperationspartner:innen: